Produktaufmachung

Das textile Substrat durchläuft vom Rohzustand zum Fertigerzeugnis zahlreiche Veredlungsschritte und Bearbeitungsstufen. Diejenige Form in der das Textilgut vorliegt, bezeichnet man als Aufmachungsform. In der gesamten textilen Kette müssen viele Besonderheiten der Bearbeitungszustände in der Produktentwicklung, Prozessentwicklung und Produktionsplanung berücksichtigt werden.

Im Prozess ist die Aufmachung des Material-Inputs und die Aufmachung des Materials im Putput im Rahmen einer Materialspezifikation zu definieren, denn Prozesse können nicht alle Aufmachungsformen verarbeiten. Oftmals ist eine zeitaufwändige Umrüstung an der Maschine nötig, das die Prozesszeit verlängert.

Die Wahl der Aufmachung durch den Produktentwickler, hat somit Einfluss auf die Produktionsplanung und Einfluss auf die Auswahl der Prozessvariante, der Maschinen und der dadurch bedingten Prozesszeit. Aufmachung ist immer in Abstimmung mit einer geeigneten Materialaufnahme und Materialabgabe am Prozess abzustimmen. Die gewählte Aufmachungsart, bestimmt dann außerdem noch die Art der Materialträger.

 

Einteilung der Aufmachungsform nach Materialklassen

Materialklasse Aufmachungsarten
Fasern Faserballen
Flocke / Watte
Vorgarn Kardenband
Kammzug
Spinnkabel
Garn, lose Stranggarn
Garnknäul
Garn, gewickelt Zylindrische Spule
Übergroße zylindrische Spule, sogenannte Sonnenspulen
konische Spule
über-konische Spule, besonders flacher Winkel
Bi-konische Spule, sogenannte Pinapples sind oben und unten abgerundet
Flaschenspulen
Garn auf Kettbaum
Stückware Offen-breit gerollt auf Kaule (A-Frame)
Offen-breit gerollt auf Papierhülsen
Offen-breit getafelt im Förderwagen
Offen-breit getafelt auf Transportwagen („Sanfor“-Bock)
Offen-breit einfach gelegt
Offen-breit doubliert gelegt
Offen-breit im Strang
Schlauch in Strangform
Schlauch gelegt im Wagen
Schlauch getafelt auf Stoß
Schlauch gerollt auf Hülse

 

Quellen: eigene Aufzeichnungen, FH Reutlingen

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